Die wichtigsten Dinge, die man zum Reisen braucht sind: ein guter Rucksack (ohne Rollen), einen Lonely Planet, eine Kopflampe, einen Schlafsack und- keinen Plan. Besonders strikt hab mich bisher an den Teil mit "keinem Plan" gehalten. Es ist nicht so, dass ich nicht auch den Reiseführer jeden Tag in der Hand halte, mit Marker und Post-Its alles bunt mache. Das tue ich. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, den ganzen bunten Punkten keine Uhrzeiten, Tage und Betten zuzuordnen. Das tue ich nicht.
Dieses mal steige ich in das Flugzeug, und in meinem Lonely Planet stecken zwei DIN A4 Seiten, auf denen sich jemand festgelegt hat. Befremdlich dieses kleine Stück Papier zwischen den 1150 Seiten voller Möglichkeiten. Bisher bin ich noch nicht mit 10 Leuten und nur 10 Tagen Zeit gereist.
Die Halbinsel Baja California liegt im Norden Mexikos und grenzt an Kalifornien. Das hat zum Vorteil, dass hier fast immer die Sonne scheint, aber oft zum Nachteil, dass sich das Leben dort nicht mehr mexikanisch anfühlt. Und zwischen all den Dollar-zeichen und willigen Frauen auch nicht mehr so aussieht.
Für knapp 50€ am Tag haben wir in La Paz zwei Autos gemietet und starten von dort aus, nach einem kurzen Abstecher ins Stadtzentrum, Richtung Süden. Im Kofferfaum liegen 2-Mann Zelte und bunte Luftmatratzen für Low-Budget Reisende. Fand ich ne ganz clevere Idee am Anfang. Hilft aber auch nichts, wenn wir nachts um 12Uhr, die Augen halb geschlossenen, den gefühlten einzigen Campingplatz in Cabo San Lucas erreichen. Unsere Verzweiflung blinkt dem ausgebleichten, faltigem Amerikaner entgegen. 100 Pesos. Erst zahlen, dann pinkeln.
Nach dem Pinkeln, zwingt uns der leere Magen noch einmal zurück in die Autos Richtung Stadtzentrum. Wir passen uns den Amis an, plündern das minimierte Burger King-Mitternachts-Angebot, und verirren uns in eine Bar zwischen willigen Frauen und glücklichen Männern.
Die erste Nacht auf dem 100-Pesos-Luxus-Boden überstehen wir alle gut (ausgenommen der Katzen-Kratzspuren am Zelt und an Patricks Kopf) und werden am nächsten Morgen von der Sonne aus dem Zelt geworfen.
Mit 9 Leuten und davon 7 Franzosen, die sich streng an ihre Prinzipien halten, ist unsere Verhandlungsmacht für viele kaum verkraftbar. Und für meinen Geldbeutel ein guter Freund.
Für 3 Euro bringt uns Capitain Carlos (!?..es war bestimmt Carlos) zum Playa del Amor. Ich verliebe mich direkt. Will bleiben. Und sehe mich schon mit dem Bauchladen am Strand, bunte Knüpfbänder mit "Kelly","Mandy" und "Brad" baumeln herunter. Und meine Dollarpreise, ha! Das ist echte Schafswolle! Leider glaubt mir mal wieder keiner, dass ich nichts mehr als das brauche, und ich muss mich nach 3 Stunden entlieben und wieder zurück auf das Boot klettern. Immer diese Denker!
Diese Nacht zahlen wir nur 80 Pesos. Schlafen aber diesmal im Hostel California, mit Bett, Bad und Küche. Am nächsten Morgen zwingt uns die Hitze und unsere beiden selbsternannten Reiseführerinnen schon früh auf die Beine. Zack zack! Zwei Stunden später sitzen alle Hühnchen im Auto und wir machen uns auf den Weg zum 6 Stunden entfernten Loreto. Der Strand in Loreto ist..nicht schön. Und die Fische kann man direkt im Meer kochen. Selbst um 11Uhr nachts stehen uns noch die Schweisstropfen auf der Stirn. Wir sammeln Palmenblätter und schmeissen den BBQ an. Ich stelle mich vor den Grill - warm gegen warm...hilft nicht! Pina Coladas? Och.. ja.
Als ich morgens aufwache, brummt die Klimaanlage und ich kann meinen Atem sehen. Das kann nicht gesund sein, findet mein Hals. Und meine Nase, die spür ich schon nicht mehr. Manche verdrängen vor lauter Arbeit die Warnsignale ihres Körpers. Ich hab bemerkt, das gleiche kann man auch mit zuviel Urlaub.
Um 11Uhr sitzen wir auf dem Boot inmitten von unzähligen Delphinen. Ich bin ganz zappelig, hab schon ein Bein im Wasser und bettele mit nervöser Stimme unseren Kapitän an, zum dritten mal umzudrehen. Ob man so wahre Leidenschaften erkennt? "Die sind viel zu schnell für Taucher!". Ha! Wen interessiert das denn jetzt! Umdrehn! Platsch..bin ich im Wasser. Um mich ein wildes Fiepen und Quietschen. Unter mir - rasen sie vorbei. Ich fühl mich wie damals mit 6 Jahren im Kinderparadies und will garnicht mehr raus aus dem Bälle-Bad. Der Tag geht weiter auf dem Boot, vorbei an Seelöwen und wilden Felsformationen und endet an einem einsamen Strand mit Palmenhütten und weissem Sand. Ich frage mich, wie dieser Trip noch besser werden soll.
Der nächste Tag. Genug vom Strand, machen wir uns auf den Weg ins Landesinnere. Die dummen Touristen! Mit stinknormalen Autos auf Straßen, die selbst ein Wagen mit 4-Wheel-Drive nicht ohne Kratzer verlässt. Und das alles, um sich eine Mission anzugucken. Es gelingt uns - nach fast zwei Stunden - anzukommen. Die Mission San Francisco Javier wurde vor 300 Jahren gegründet, aber wegen der von den Europäern eingeschleppten Krankheiten starben die zu Bekehrenden schneller weg als geplant. Bei uns war das ähnlich. Eine Stunde Mission, fast drei Stunden Weg. Den restlichen Tag verbringen wir im Auto und erreichen gegen Nachmittag Bahía Concepción.
Am Strand El Réqueson versuchen wir zu viert die Schildkröten zu finden. Gelingt uns leider nicht.
Abends bekocht uns Bertha mit höchster Kochkunst direkt am Strand. Wir trinken Cocktails und nehmen einen Eimer Bier und Tequila mit ins Meer. - Ein Strand, an dem man zu zehnt alleine sein kann.. . Gefunden! Spät nachts perlt uns das Wasser von der Haut, die nassen Körper auf den Schlafsäcken, über uns nur der Himmel.
Als ich wach werde, färbt sich der Himmel langsam rot. Vor uns hat ein Boot Anker geworfen und ich muss mich kurz erinnern.. . Luft! Mein Hals. Die Erkältung hat den Urlaub überholt und ich muss mich den restlichen Morgen hinter Wagenrädern vor der Hitze verstecken. Ohne Widerworte werde ich auf den Beifahrersitz gepackt und in den nächsten Ort - Mulége - gefahren.
Im Gesundheitscenter fragt mich der Mann im weissen Kittel, welche Beschwerden ich sonst noch so habe. Und ich denke, "Joa..Junge, soll ich dir mal was erzählen vom Leben? Denn wenn ich dir gerade so gegenüber sitze, fühle ich mich recht alt." Neben mir steht ein großer Eimer voller Sachen, die man so braucht, wenn man an Menschen herumdoktort. Uäch. Kurz innehalten.. . Her mit dem Rezept! Ein Zettel wird aus dem Block gerissen, ab zur Farmacia. Der Apothekerin gelingt es die Handschrift zu entziffern. Das Antibiotika bekommen wir aber erst nach einer halben Stunde Verhandlungen. (Annehmen könne sie nur die Rezepte die so - mit dem Rahmen aus Adobe Photoshop und Schrifttyp Arial Black - aussehen.) The mexican way.
Was auch immer Calicaphin ist, es ist großartig. Den restlichen Tag verbringe ich glücklich am Strand.
Abends fahren wir zurück nach Mulége um den Independence Day zu feiern. Und das war - wie zuhause in Freigericht, montag abends auf der Kerb. Es wird getanzt, gesungen, geredet. Ich kenne zwar keinen und verstehe auch nix - aber das mit der Hand vor der Brust gelingt mir und ich stehe schreiend zwischen Sirenen und Beifall. Vivaaa Mechicoo! Viva!
Am Donnerstag haben unsere zwei Führerinnen eine Cavetour und Missionsbesichtigung für günstige 250 Pesos erkämpft. Wir lernen mit welchen Pflanzen man welche Dummheiten anstellen kann, schwimmen in den Pools der Höhlen und hören Geschichten über die Felsmalereien. Die Nacht verbringen wir in Mulége.
Der Freitag führt uns zurück, den ganzen Weg nach unten in den Süden. Die Stunden im Auto machen erfinderisch. Und das Englisch der Franzosen gibt den Spielen (Ich packe meinen Koffer und nehme mit...) die gewisse Würze. Mit "the sex of Marion, the boops of Marie and the Magic Key" erreichen wir spät abends Los Cabos. Das Paradies der Rosinen-Amis. Um 12Uhr nachts schmeissen wir den braun gebrannten, runzeligen Kerl aus seinem Bett und wollen einen Campingplatz mieten. Die Preise sind absurd. Wir beschliessen unsere Zelte im Nirgendwo aufzuschlagen und werden vom Meeresrauschen in den Schlaf gewogen. Im Ohr ein Lied, dass schon Erinnerungen für mich trägt, in Baja California aber noch mehr gesammelt hat.
Den Samstag sind wir wieder im Wasser. Nur diesmal mit Surfbrett.
Einmal bin ich fast ertrunken, musste kurz weinen, und bin wieder zurück in die Wellen. Den Ausschlag, Muskelkater, die Wunden und blauen Flecken, die ich mir an diesem Tag zuziehe, trage ich bis heute wie Trophäen mit mir - denn es ist fast schwer zu zählen, wie oft ich auf dem Brett stand und bis zum Strand gesurft bin. Yeah! :)
Unser Trip endet in La Paz. Von dort aus fahren wir raus aufs Meer und werden über 1000 bunten Fischen ins Wasser geworfen. Rechts vom Riff strecken dicke Seelöwen ihre Flossen aus dem Wasser und hängen, einfach so, in der Sonne ab. Zum anfassen nah schnorcheln wir zwischen den faulen Tieren umher. Der letzte Tag! Und es kann noch immer besser werden. Bevor ich zurück aufs Boot klettere holt mich eine Quallennessel unsanft zurück auf den Boden der Tatsachen. Die kleinen Kapseln platzen auf der Haut. Brennen. Wie kamen die denn bitte an solch eine Stelle?
Abends schlafen wir wieder im Hostel California in La Paz. Zusammen mit Schweizern und Deutschen sitzen wir vor einer Kamera und nehmen einen Song auf. Den Text kann ich jetzt nicht wiedergeben. Soll aber bald auf Youtube laufen.
Montag morgen bringen wir den Wagen zurück zum Verleih. Tschüss Red Car. Du warst der bessere! :)
Donnerstag, 23. September 2010
Dienstag, 31. August 2010
Dienstag, 24. August 2010
Das Meer
Die letzte Woche hatte die ersten beiden ernstzunehmenden Rückschläge im Gepäck.
Der eine. Hat mich rückwärts aus der Bustoilette, mit dem Hintern zuerst und dem Kopf zuletzt, auf den harten Boden befördert. Der andere sollte uns aus unserer Wohnung zurück auf die Straße werfen. Und nun?
Auch wenn der Kopf brummt, man darf nur nicht vergessen aufzustehen. Wieder ein bisschen schlauer kann ich mit dem Erfahrungsstand von heute behaupten: Bustoiletten hinterlassen keine bleibenden Schäden (ausgenommen der blauen Flecken, die in unserer Familie mehr oder weniger bleibend sind). Und einem Vermieter, auch wenn er manchmal in anderen Sphären schwebt, bleibt am Ende doch noch die Vernunft.
Die guten Künstler tragen die Verrücktheit in sich. Ich mag die Verrückheit. Sie lässt sich auf so vielen verschieden Wegen ausleben. In Künstlerköpfe gehören all die vielen Dinge, die in der normalen Welt keinen Namen haben. Denen man aber mit dem richtigen Werkzeug Form, Farbe oder eine Melodie geben kann.
Unser Vermieter macht das gerne an der Wand zu meinem Zimmer. Davor steht jede Menge Werkzeug, dass mich manchmal neidisch macht. Und manchmal wahnsinnig. Denn damit kann man allerlei Dinge anstellen. Zum Beispiel kratzen. Klopfen geht auch ganz gut. Oder streichen.
Besonders inspiriert ist er meist gegen 2 Uhr nachts.
Am Donnerstag war sein Drang nach Selbstverwirklichung wieder sehr groß. Konnte man im ganzen Haus sehen und hören. Um 5 Uhr morgens hab ich meine Oropax beiseite gelegt und seine Musik ausgeschaltet. Patrick hatte keine Oropax. Hat aber dafür den Mund aufgemacht. Und sollte deswegen die Haustür hinter sich zu machen.
Mit dem dummen und bekannten Gefühl im Recht zu sein, aber ungerecht behandelt zu werden machen wir uns am Donnerstag mit gepackten Rucksäcken auf den Weg nach Puerto Escondito. Der Bus, dessen Toilettentür klemmt, glänzt an der Oberfläche, so dass man kleine, anstößige (ich hätte mich mit dem Gürtel ans Waschbecken ketten sollen) Details schnell vergisst.
Das war ein Bus voller Betten. Mit schlaglochresistenten
Federn. So, dass selbst meine blaue Pobacke zufrieden war. Nur einen Skianzug hätte ich mir gewünscht - um den winterlichen Temperaturen zu trotzen. Der Blick aus dem Fenster lenkt ab.
Am frühen Morgen kommen wir im Tower Bridge Hostel an. Das Klima ist tropisch. Alles was Feuchtigkeit auf sich nehmen kann, zieht die kleinen Tropfen aus der Luft, schließt sie ein und gibt einen muffig ranzigen Geruch zurück. Meine Haare konnten schon immer gut Feuchtigkeit aufnehmen. Ob ich auch rieche? Schnell ins Badeoutfit und ab ans Meer.
Nach und nach treffen die restlichen 10 Franzosen ein und wir verbringen unseren ersten Tag
am Meer. Ich trinke Martini, esse Kokosnuß, lass mich vom wilden Meer über den Sand schmirgeln und aale mich in LSF 45. Und zack. Da ist es wieder. Das vertraute Gefühl weg zu sein. Bei sich zu sein. Fester zu werden, aber sich trotzdem in alle Richtungen bewegen zu können.
Das Reisen.
Neben uns sitzt der typisch deutsche Backpacker. Blondes, langes Haar, 3-Wochen-Bart, Kettchen und Armbändchen und das Surfbrett am Bein. Ist schon seit 5 Monaten unterwegs. Und muss nicht bleiben, wenn er nicht will. Er hat die Freiheit im Gepäck.
Ich möcht sie gerne klauen.
Abends essen wir Tacos Hawaii und tanzen im Nieselregen am Strand. Der Tequila lässt meine Strubbelmähne auch um 5Uhr morgens halbwegs gut aussehen. Macht irgendwie noch exotischer. Im Hostelpool waschen wir uns den Sand von den Füßen.
Am Morgen, nachdem sich auch der letzte ans Tageslicht getraut hat, fahren wir weiter Richtung Puerto Angel. Im vollgepackten Bus könnten wir wieder einen Hut rumgehen lassen - nur fürs Glotzen. Aber mit der letzten Nacht in den Beinen und zwischen den Sitzen bewegungsunfähig festgeklemmt, wiegen uns mexikanische Balladen schnell in den Schlaf.
Puerto Angel ist ein kleines Stück Himmel. Nur will die Sonne nicht scheinen. Wir essen frischen Fisch, frühstücken am Strand und fahren Nachts mit dem Bus raus aus der Feuchtigkeit. Zurück in den Smog. Am Montag sitzen wir mit Bikinistreifen und roten Gesichtern in der Vorlesung.

Unsere Wohnung dürfen wir behalten. Er war nicht bei Sinnen.

Der eine. Hat mich rückwärts aus der Bustoilette, mit dem Hintern zuerst und dem Kopf zuletzt, auf den harten Boden befördert. Der andere sollte uns aus unserer Wohnung zurück auf die Straße werfen. Und nun?
Auch wenn der Kopf brummt, man darf nur nicht vergessen aufzustehen. Wieder ein bisschen schlauer kann ich mit dem Erfahrungsstand von heute behaupten: Bustoiletten hinterlassen keine bleibenden Schäden (ausgenommen der blauen Flecken, die in unserer Familie mehr oder weniger bleibend sind). Und einem Vermieter, auch wenn er manchmal in anderen Sphären schwebt, bleibt am Ende doch noch die Vernunft.
Die guten Künstler tragen die Verrücktheit in sich. Ich mag die Verrückheit. Sie lässt sich auf so vielen verschieden Wegen ausleben. In Künstlerköpfe gehören all die vielen Dinge, die in der normalen Welt keinen Namen haben. Denen man aber mit dem richtigen Werkzeug Form, Farbe oder eine Melodie geben kann.
Unser Vermieter macht das gerne an der Wand zu meinem Zimmer. Davor steht jede Menge Werkzeug, dass mich manchmal neidisch macht. Und manchmal wahnsinnig. Denn damit kann man allerlei Dinge anstellen. Zum Beispiel kratzen. Klopfen geht auch ganz gut. Oder streichen.
Besonders inspiriert ist er meist gegen 2 Uhr nachts.
Am Donnerstag war sein Drang nach Selbstverwirklichung wieder sehr groß. Konnte man im ganzen Haus sehen und hören. Um 5 Uhr morgens hab ich meine Oropax beiseite gelegt und seine Musik ausgeschaltet. Patrick hatte keine Oropax. Hat aber dafür den Mund aufgemacht. Und sollte deswegen die Haustür hinter sich zu machen.
Mit dem dummen und bekannten Gefühl im Recht zu sein, aber ungerecht behandelt zu werden machen wir uns am Donnerstag mit gepackten Rucksäcken auf den Weg nach Puerto Escondito. Der Bus, dessen Toilettentür klemmt, glänzt an der Oberfläche, so dass man kleine, anstößige (ich hätte mich mit dem Gürtel ans Waschbecken ketten sollen) Details schnell vergisst.
Das war ein Bus voller Betten. Mit schlaglochresistenten
Federn. So, dass selbst meine blaue Pobacke zufrieden war. Nur einen Skianzug hätte ich mir gewünscht - um den winterlichen Temperaturen zu trotzen. Der Blick aus dem Fenster lenkt ab.Am frühen Morgen kommen wir im Tower Bridge Hostel an. Das Klima ist tropisch. Alles was Feuchtigkeit auf sich nehmen kann, zieht die kleinen Tropfen aus der Luft, schließt sie ein und gibt einen muffig ranzigen Geruch zurück. Meine Haare konnten schon immer gut Feuchtigkeit aufnehmen. Ob ich auch rieche? Schnell ins Badeoutfit und ab ans Meer.
Nach und nach treffen die restlichen 10 Franzosen ein und wir verbringen unseren ersten Tag
Das Reisen.
Neben uns sitzt der typisch deutsche Backpacker. Blondes, langes Haar, 3-Wochen-Bart, Kettchen und Armbändchen und das Surfbrett am Bein. Ist schon seit 5 Monaten unterwegs. Und muss nicht bleiben, wenn er nicht will. Er hat die Freiheit im Gepäck.
Ich möcht sie gerne klauen.
Abends essen wir Tacos Hawaii und tanzen im Nieselregen am Strand. Der Tequila lässt meine Strubbelmähne auch um 5Uhr morgens halbwegs gut aussehen. Macht irgendwie noch exotischer. Im Hostelpool waschen wir uns den Sand von den Füßen.
Am Morgen, nachdem sich auch der letzte ans Tageslicht getraut hat, fahren wir weiter Richtung Puerto Angel. Im vollgepackten Bus könnten wir wieder einen Hut rumgehen lassen - nur fürs Glotzen. Aber mit der letzten Nacht in den Beinen und zwischen den Sitzen bewegungsunfähig festgeklemmt, wiegen uns mexikanische Balladen schnell in den Schlaf.
Puerto Angel ist ein kleines Stück Himmel. Nur will die Sonne nicht scheinen. Wir essen frischen Fisch, frühstücken am Strand und fahren Nachts mit dem Bus raus aus der Feuchtigkeit. Zurück in den Smog. Am Montag sitzen wir mit Bikinistreifen und roten Gesichtern in der Vorlesung.
"Ein Meer kann ein Tropfen sein, aber ein Tropfen kein Meer."
Unsere Wohnung dürfen wir behalten. Er war nicht bei Sinnen.

Dienstag, 10. August 2010
Regen
Der Regen zieht alles mit nach unten. Die Abgase, die Hitze, die Kapuzen, manchmal die Gesichter, aber vor allem die Gedanken. Über mir will ein Stück Decke nach unten. Und auch die Tapete rollt sich Stück für Stück zu Boden. Ich sacke in die durchgelegene Matratze ein und meine Gedanken fallen unters Bett. In diesem Moment wäre Brad Pitt angebracht, um im Regen Tango zu tanzen. Ich bin kurz versucht meinen IPod auf volle Lautstärke aufzudrehen, will aber meine zwei Zimmergenossen nicht wieder aufwecken. Draußen fällt das Meer vom Himmel.
Ist ein ganzes Stück bis nach Mexiko.
Seit Montag besuchen wir die Vorlesungen an der Uni. Jetzt soll ich erzählen, wie die hier so sind. Und muss eigentlich nicht lange überlegen. Und weiss aber trotzdem nicht, wo ich anfangen soll. Denn diese Vorlesungen verwirren mich. Mehr, als dass sie Klarheit schaffen. Und anfangs war ich dankbar, einfach nichts zu verstehen. Um nicht an der Informationsflut zu ertrinken. Denn wie mit dem Regen, strömt es von allen Seiten auf uns herein. Laute Professoren, laute Studenten. Reden mit einer Geschwindigkeit, mit der es selbst dem Regen kaum aufnehmen kann. Es schwappen Wellen durch den Vorlesungssaal und jeder lässt sich davon mitreissen. Plätschert wild darauf los und macht erst Halt, wenn der Mund leer ist. Ab und zu wird Englisch gesprochen. Manchmal verstanden, aber nur selten erwidert.
So ist das mexikanische Temperament. Laut und schnell. Aber immer aufmerksam, offen und interessiert. Das persönliche Verhältnis zu den Professoren (vom Handschlag bis zur Frage nach dem letzten Wochenende), hat uns nach anfänglicher Skepsis mehr Vorteile gebracht, als erwartet. Und wir dürfen Referate und Klausuren teilweise auf Englisch bearbeiten.
Zu viele Dinge weiss man nicht zu schätzen, wenn sie so sind, wie sie immer schon waren.
Für dieses Wochenende haben wir einen Trip nach Puebla geplant. Wohl verdient nach einer anstrengenden Woche Spanisch-Intensivkurs und Vorlesungen am Nachmittag. Große Pläne wurden geschmiedet. Anfangs will immer jeder mitmischen. Aber meistens reduziert sich das große Durcheinander und am Ende bleiben nur noch ein paar Chaoten übrig. Zwei davon zu unserem Glück (und Bequemlichkeit) bestens vorbereitet.
Für 30 Cent kann man quer durch das Ubahnsystem hoppen. Für 2,50 Euro bekommt man zwei Stunden Busfahrt in eine andere Stadt. Für 5 Euro. Löcher in der Decke. Wir werfen unsere Taschen in das heruntergekommene Hostelzimmer und erkunden die Stadt.
Puebla ist. Quadratisch. Die Spanier hatten wohl nicht viel für Kreise übrig. Wir besichtigen die Kathedrale, wundern uns über die vielen Schreibwarenläden, die mit lauter Popmusik und ebenso lauten Frauen um Kunden werben, besuchen das Museo Amparo und finden uns wieder in einer Bar am Zócala der Stadt. Auf dem Tisch Pina Coladas und eine Tüte Pueblas bekannter Süßigkeiten. Später stoßen Anja und Luis (sie auch von Fh-Köln, er ehemaliger Austauschstudent und Mexikaner) zu uns. Der Abend endet nach einem All you can eat-Buffet in einer typisch touristischen Bar, in die man mit kleinen Scheinen und großen Eimern gelockt wird. Warum sich dann nachher dort ein Polizist auf der Bühnen ausgezogen hat, hab ich bis heute noch nicht verstanden. Hat wohl was mit der Zielgruppe zu tun.
Wessen Herz voll dessen Mund läuft über.
Dann ich. Für mich. Liege im Bett. Hab den ganzen Tag geredet. Und bin glücklich mit dem Regen, der draußen im Innenhof den Schmutz wegspült. Aber freue mich, wenn ich am nächsten Morgen wieder Worte verlieren kann.
Morgen ist, wenn man aufsteht.
Aber nicht, wenn die Spülung nicht geht. Es gibt keinen Strom. Der Regen kam leider nicht bis in die Badezimmer. Schnell raus hier.
Weiter nach Cholula, auf die Pirámide Tepanapa, die von den Spaniern irrtümlicherweise für einen Hügel gehalten wurde. Jetzt steht eine Kirche auf der Spitze. Auf dem Weg dorthin kann man alles kaufen, was dick - und glücklich macht. Ab nach hause. Noch nicht dick, aber glücklich.
Ist ein ganzes Stück bis nach Mexiko.
Seit Montag besuchen wir die Vorlesungen an der Uni. Jetzt soll ich erzählen, wie die hier so sind. Und muss eigentlich nicht lange überlegen. Und weiss aber trotzdem nicht, wo ich anfangen soll. Denn diese Vorlesungen verwirren mich. Mehr, als dass sie Klarheit schaffen. Und anfangs war ich dankbar, einfach nichts zu verstehen. Um nicht an der Informationsflut zu ertrinken. Denn wie mit dem Regen, strömt es von allen Seiten auf uns herein. Laute Professoren, laute Studenten. Reden mit einer Geschwindigkeit, mit der es selbst dem Regen kaum aufnehmen kann. Es schwappen Wellen durch den Vorlesungssaal und jeder lässt sich davon mitreissen. Plätschert wild darauf los und macht erst Halt, wenn der Mund leer ist. Ab und zu wird Englisch gesprochen. Manchmal verstanden, aber nur selten erwidert.
So ist das mexikanische Temperament. Laut und schnell. Aber immer aufmerksam, offen und interessiert. Das persönliche Verhältnis zu den Professoren (vom Handschlag bis zur Frage nach dem letzten Wochenende), hat uns nach anfänglicher Skepsis mehr Vorteile gebracht, als erwartet. Und wir dürfen Referate und Klausuren teilweise auf Englisch bearbeiten.
Zu viele Dinge weiss man nicht zu schätzen, wenn sie so sind, wie sie immer schon waren.
Für dieses Wochenende haben wir einen Trip nach Puebla geplant. Wohl verdient nach einer anstrengenden Woche Spanisch-Intensivkurs und Vorlesungen am Nachmittag. Große Pläne wurden geschmiedet. Anfangs will immer jeder mitmischen. Aber meistens reduziert sich das große Durcheinander und am Ende bleiben nur noch ein paar Chaoten übrig. Zwei davon zu unserem Glück (und Bequemlichkeit) bestens vorbereitet.
Für 30 Cent kann man quer durch das Ubahnsystem hoppen. Für 2,50 Euro bekommt man zwei Stunden Busfahrt in eine andere Stadt. Für 5 Euro. Löcher in der Decke. Wir werfen unsere Taschen in das heruntergekommene Hostelzimmer und erkunden die Stadt.
Puebla ist. Quadratisch. Die Spanier hatten wohl nicht viel für Kreise übrig. Wir besichtigen die Kathedrale, wundern uns über die vielen Schreibwarenläden, die mit lauter Popmusik und ebenso lauten Frauen um Kunden werben, besuchen das Museo Amparo und finden uns wieder in einer Bar am Zócala der Stadt. Auf dem Tisch Pina Coladas und eine Tüte Pueblas bekannter Süßigkeiten. Später stoßen Anja und Luis (sie auch von Fh-Köln, er ehemaliger Austauschstudent und Mexikaner) zu uns. Der Abend endet nach einem All you can eat-Buffet in einer typisch touristischen Bar, in die man mit kleinen Scheinen und großen Eimern gelockt wird. Warum sich dann nachher dort ein Polizist auf der Bühnen ausgezogen hat, hab ich bis heute noch nicht verstanden. Hat wohl was mit der Zielgruppe zu tun.
Wessen Herz voll dessen Mund läuft über.
Dann ich. Für mich. Liege im Bett. Hab den ganzen Tag geredet. Und bin glücklich mit dem Regen, der draußen im Innenhof den Schmutz wegspült. Aber freue mich, wenn ich am nächsten Morgen wieder Worte verlieren kann.
Morgen ist, wenn man aufsteht.
Aber nicht, wenn die Spülung nicht geht. Es gibt keinen Strom. Der Regen kam leider nicht bis in die Badezimmer. Schnell raus hier.
Weiter nach Cholula, auf die Pirámide Tepanapa, die von den Spaniern irrtümlicherweise für einen Hügel gehalten wurde. Jetzt steht eine Kirche auf der Spitze. Auf dem Weg dorthin kann man alles kaufen, was dick - und glücklich macht. Ab nach hause. Noch nicht dick, aber glücklich.
Dienstag, 3. August 2010
Abgelichtet
Fanny und David
Fleur, ihr Mitbewohner und Guillos Bruder
Mit dem Mexikaner Axel vor dem Museum
Ich spreche nicht übers Wetter.
Montag, 2. August 2010
Punkt.
Der Stand.
Montag Abend. Schon knapp 12 Tage sind vergangen. Der Mallorcaurlaub würde sich jetzt langsam dem Ende zuneigen. Mit 4kg All-inclusive-Buffet würde man jetzt anfangen Strohhüte und "Save water, drink more beer" T-Shirts in den viel zu kleinen Koffer zu pressen. Aber wir. Haben unsere Koffer gestern wieder ausgepackt. Sind nach mexikanischer Uhrzeit - 5 Stunden später als verabredet - endlich in unser neues Zuhause eingezogen.
Berta.
Hat dafür gesorgt, dass die Stifte parallel auf dem Schreibtisch liegen. Das Bettlaken keine Falte hat und man vom Boden essen kann.
Die Wohnung.
Bringt uns irgendwie zur Ruhe. Alles ist da. Was man so braucht. Ausserdem etwa vier Mitbewohner. Ganz genau lässt sich das nur schwer sagen - dass die Mexikaner gastfreundlich sind hab ich ja schon erwähnt. Ganz oben unterm Dach wohnt ein Regisseur. Er hat sechs Jahre in Hamburg gewohnt und spricht fliessend Deutsch. Heute hat er erfolgreich einen Werbespot für "American Express" an die Kunden verkauft. Ein Stockwerk darunter wohnt jetzt Guillaume, unser Vermieter, mit (oder ohne?) seine Freundin. Eine Amerikanerin und eine Engländerin besetzen die anderen beiden Zimmer.
Draußen.
Waren wir gestern, ziemlich weit. Mit dem Touristenbus sind wir zu den Pyramiden gefahren. Die Landschaft ist grün, versteckt sich aber hinter dem grauen Dunst der Abgase. Im Moment filtert der Regen (oder der Hagel) die Luft jeden Abend. Doch im August wird es wärmer und trockener werden und ich frage mich, in welche Richtung der Smog sich dann noch schieben lässt, wenn nicht zu Boden. Die Berge sehen aus, als hätte man einen Kasten graue Bauklötze ausgeleert. Ein Betonklotz reiht sich neben den anderen und man bekommt ein leicht mulmiges Gefühl, wenn man keine Fenster und enge Gassen sieht. Bunt wird es nur, wenn eine übergroße Werbetafel die Autobahn ziert oder Geld für einen Eimer Farbe übrig bleibt.
Die Pyramiden halten mehr als sie versprechen. Leider reicht unser Spanisch noch nicht aus, um die ganze Geschichte zu verstehen. Der englische Tourguide lacht etwas zu oft, und erzählt etwas zu wenig. Die Bilder dafür umso mehr.
Weiter rückwärts.
Mit der Zeit. Der Samstag Abend hat alle Austauschstudenten und zu viele andere Menschen in einer Wohnung zusammengebracht. Und das. Ließ mich darüber nachdenken, mein Gesicht im Gesichtsbuch zu verstecken. Denn irgendwie wird man immer dann fotografiert, wenn man gerade mit Cellulite, Jogginghose und ungeschminkt (so wie das bei den Stars (oder pinken Pudeln) eben ist) beim Baden erwischt wird. Nicht nett. Und die falsche Geschichte. Gut wars trotzdem.
Repeat.
Mir geht es gut! Ich brauche mehr Schlaf. Die Uni hat heute angefangen. Ich muss nachts Vokabeln lernen. Die Zeit rennt. Ich vermisse. Aber bin hier, mit dem Kopf. Gute Nacht.
Montag Abend. Schon knapp 12 Tage sind vergangen. Der Mallorcaurlaub würde sich jetzt langsam dem Ende zuneigen. Mit 4kg All-inclusive-Buffet würde man jetzt anfangen Strohhüte und "Save water, drink more beer" T-Shirts in den viel zu kleinen Koffer zu pressen. Aber wir. Haben unsere Koffer gestern wieder ausgepackt. Sind nach mexikanischer Uhrzeit - 5 Stunden später als verabredet - endlich in unser neues Zuhause eingezogen.
Berta.
Hat dafür gesorgt, dass die Stifte parallel auf dem Schreibtisch liegen. Das Bettlaken keine Falte hat und man vom Boden essen kann.
Die Wohnung.
Bringt uns irgendwie zur Ruhe. Alles ist da. Was man so braucht. Ausserdem etwa vier Mitbewohner. Ganz genau lässt sich das nur schwer sagen - dass die Mexikaner gastfreundlich sind hab ich ja schon erwähnt. Ganz oben unterm Dach wohnt ein Regisseur. Er hat sechs Jahre in Hamburg gewohnt und spricht fliessend Deutsch. Heute hat er erfolgreich einen Werbespot für "American Express" an die Kunden verkauft. Ein Stockwerk darunter wohnt jetzt Guillaume, unser Vermieter, mit (oder ohne?) seine Freundin. Eine Amerikanerin und eine Engländerin besetzen die anderen beiden Zimmer.
Draußen.
Waren wir gestern, ziemlich weit. Mit dem Touristenbus sind wir zu den Pyramiden gefahren. Die Landschaft ist grün, versteckt sich aber hinter dem grauen Dunst der Abgase. Im Moment filtert der Regen (oder der Hagel) die Luft jeden Abend. Doch im August wird es wärmer und trockener werden und ich frage mich, in welche Richtung der Smog sich dann noch schieben lässt, wenn nicht zu Boden. Die Berge sehen aus, als hätte man einen Kasten graue Bauklötze ausgeleert. Ein Betonklotz reiht sich neben den anderen und man bekommt ein leicht mulmiges Gefühl, wenn man keine Fenster und enge Gassen sieht. Bunt wird es nur, wenn eine übergroße Werbetafel die Autobahn ziert oder Geld für einen Eimer Farbe übrig bleibt.
Die Pyramiden halten mehr als sie versprechen. Leider reicht unser Spanisch noch nicht aus, um die ganze Geschichte zu verstehen. Der englische Tourguide lacht etwas zu oft, und erzählt etwas zu wenig. Die Bilder dafür umso mehr.
Weiter rückwärts.
Mit der Zeit. Der Samstag Abend hat alle Austauschstudenten und zu viele andere Menschen in einer Wohnung zusammengebracht. Und das. Ließ mich darüber nachdenken, mein Gesicht im Gesichtsbuch zu verstecken. Denn irgendwie wird man immer dann fotografiert, wenn man gerade mit Cellulite, Jogginghose und ungeschminkt (so wie das bei den Stars (oder pinken Pudeln) eben ist) beim Baden erwischt wird. Nicht nett. Und die falsche Geschichte. Gut wars trotzdem.
Repeat.
Mir geht es gut! Ich brauche mehr Schlaf. Die Uni hat heute angefangen. Ich muss nachts Vokabeln lernen. Die Zeit rennt. Ich vermisse. Aber bin hier, mit dem Kopf. Gute Nacht.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Variado - Parte dos
Zum Start bekommen wir eine gemischte Tüte in die Hand gedrückt. "Katrin - Fachhochshule" steht aussen auf dem bunten Namensschilchen. Und drinnen befindet sich ein Haufen Prospekte. Und ein Programm für die nächste Woche. Genauso voll gestopft, wie die Tasche selbst.
Heute ist Donnerstag. Es sind kaum 4 Tage vergangen und ich fühle mich von so viel Kultur erschlagen. Unsere Tage starten um 8.30Uhr (nach mexikanischer Zeit natürlich) und enden frühestens um 17Uhr. Mal abgesehen davon, das Warten ein ganz großer Programmpunkt auf unserer Liste ist (meistens wartet man einfach mal, weil man schon lange nicht mehr gewartet hat), werden wir wohlbehütet wie junge Lämmchen quer durch Mexiko getrieben. Bis 10.30Uhr sorgt der Cappuchino alto von Starbucks (für 1,50€!) dafür, dass mich die dünne Luft hier oben nicht zu Boden zieht. Bis zum Mittagessen gelingt es mir ganze Gespräche auf Spanisch zu führen (auch wenn mich keiner versteht). Ein Burrito oder Enchilada gibt Energie verständnisvoll zu nicken und sich mit "si" und "no se" sinnvoll in Gespräche einzubringen. Dann ist es 15Uhr. Und spätestens dann, fange ich an Lippen zu lesen. Also - ich sehe Münder auf und zu gehen. Auf. Auf. "Si". Zu. Auf. "No". Zu. Nochmal bitte.
Ab 16Uhr schalte ich auf Nebelblick. Unsere mexikanischen Freunde wissen auch schon wann ein "IschabRükken" angebracht ist, und sind immer bemüht mich zum sitzen zu bringen.



Heute ist Freitag und ganz langsam passen sich unsere europäischen Körper dem Höhenunterschied an. Die Orientierungswoche liegt hinter uns, wir haben uns weitgehend für die Kurse eingeschrieben und können ganz langsam das Leben um die Uni planen. Dank Natalia sind die Wohnungsbesichtungen recht unkomplizert abgelaufen und wir dürfen am Sonntag unser neues Appartement beziehen. Oder treffender formuliert: Haus. Über drei Stockwerke. 5 Mitbewohner. Einer davon Künstler. Drei Gemeinschaftsräume. Flatscreen-TV in jedem Zimmer. Drei Terassen. Fühstück inclusive. Und Berta stets auf Abruf (http://www.youtube.com/watch?v=On1w9yuAzrg). So lebt man hier als Student. Von aussen ist der Luxus meistens nicht zu erkennen - vorbei an hässlichen Häuserfassaden, und erst wenn man Gitter und Schlösser geöffnet hat findet man schwere antike Möbel, große Zimmer, Kunst und. Geschmack. I like.
Das Wetter.
Muss hier nicht erwähnt werden. In Afrika redet ja auch keiner übers Wetter. Und schliesslich sind wir hier ja nicht zwei Wochen auf Mallorca, sondern versuchen ganz abseits von Souvenirständen sowas wie einen Alltag zu leben (Mit Berta natürlich. Und. Der Lizenz sich daneben zu benehmen, ohne es am nächsten Tag in der Express zu lesen.).
Und ich.
Auf wem Weg.
Heute ist Donnerstag. Es sind kaum 4 Tage vergangen und ich fühle mich von so viel Kultur erschlagen. Unsere Tage starten um 8.30Uhr (nach mexikanischer Zeit natürlich) und enden frühestens um 17Uhr. Mal abgesehen davon, das Warten ein ganz großer Programmpunkt auf unserer Liste ist (meistens wartet man einfach mal, weil man schon lange nicht mehr gewartet hat), werden wir wohlbehütet wie junge Lämmchen quer durch Mexiko getrieben. Bis 10.30Uhr sorgt der Cappuchino alto von Starbucks (für 1,50€!) dafür, dass mich die dünne Luft hier oben nicht zu Boden zieht. Bis zum Mittagessen gelingt es mir ganze Gespräche auf Spanisch zu führen (auch wenn mich keiner versteht). Ein Burrito oder Enchilada gibt Energie verständnisvoll zu nicken und sich mit "si" und "no se" sinnvoll in Gespräche einzubringen. Dann ist es 15Uhr. Und spätestens dann, fange ich an Lippen zu lesen. Also - ich sehe Münder auf und zu gehen. Auf. Auf. "Si". Zu. Auf. "No". Zu. Nochmal bitte.
Ab 16Uhr schalte ich auf Nebelblick. Unsere mexikanischen Freunde wissen auch schon wann ein "IschabRükken" angebracht ist, und sind immer bemüht mich zum sitzen zu bringen.
Heute ist Freitag und ganz langsam passen sich unsere europäischen Körper dem Höhenunterschied an. Die Orientierungswoche liegt hinter uns, wir haben uns weitgehend für die Kurse eingeschrieben und können ganz langsam das Leben um die Uni planen. Dank Natalia sind die Wohnungsbesichtungen recht unkomplizert abgelaufen und wir dürfen am Sonntag unser neues Appartement beziehen. Oder treffender formuliert: Haus. Über drei Stockwerke. 5 Mitbewohner. Einer davon Künstler. Drei Gemeinschaftsräume. Flatscreen-TV in jedem Zimmer. Drei Terassen. Fühstück inclusive. Und Berta stets auf Abruf (http://www.youtube.com/watch?v=On1w9yuAzrg). So lebt man hier als Student. Von aussen ist der Luxus meistens nicht zu erkennen - vorbei an hässlichen Häuserfassaden, und erst wenn man Gitter und Schlösser geöffnet hat findet man schwere antike Möbel, große Zimmer, Kunst und. Geschmack. I like.
Das Wetter.
Muss hier nicht erwähnt werden. In Afrika redet ja auch keiner übers Wetter. Und schliesslich sind wir hier ja nicht zwei Wochen auf Mallorca, sondern versuchen ganz abseits von Souvenirständen sowas wie einen Alltag zu leben (Mit Berta natürlich. Und. Der Lizenz sich daneben zu benehmen, ohne es am nächsten Tag in der Express zu lesen.).
Und ich.
Auf wem Weg.
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