Der Stand.
Montag Abend. Schon knapp 12 Tage sind vergangen. Der Mallorcaurlaub würde sich jetzt langsam dem Ende zuneigen. Mit 4kg All-inclusive-Buffet würde man jetzt anfangen Strohhüte und "Save water, drink more beer" T-Shirts in den viel zu kleinen Koffer zu pressen. Aber wir. Haben unsere Koffer gestern wieder ausgepackt. Sind nach mexikanischer Uhrzeit - 5 Stunden später als verabredet - endlich in unser neues Zuhause eingezogen.
Berta.
Hat dafür gesorgt, dass die Stifte parallel auf dem Schreibtisch liegen. Das Bettlaken keine Falte hat und man vom Boden essen kann.
Die Wohnung.
Bringt uns irgendwie zur Ruhe. Alles ist da. Was man so braucht. Ausserdem etwa vier Mitbewohner. Ganz genau lässt sich das nur schwer sagen - dass die Mexikaner gastfreundlich sind hab ich ja schon erwähnt. Ganz oben unterm Dach wohnt ein Regisseur. Er hat sechs Jahre in Hamburg gewohnt und spricht fliessend Deutsch. Heute hat er erfolgreich einen Werbespot für "American Express" an die Kunden verkauft. Ein Stockwerk darunter wohnt jetzt Guillaume, unser Vermieter, mit (oder ohne?) seine Freundin. Eine Amerikanerin und eine Engländerin besetzen die anderen beiden Zimmer.
Draußen.
Waren wir gestern, ziemlich weit. Mit dem Touristenbus sind wir zu den Pyramiden gefahren. Die Landschaft ist grün, versteckt sich aber hinter dem grauen Dunst der Abgase. Im Moment filtert der Regen (oder der Hagel) die Luft jeden Abend. Doch im August wird es wärmer und trockener werden und ich frage mich, in welche Richtung der Smog sich dann noch schieben lässt, wenn nicht zu Boden. Die Berge sehen aus, als hätte man einen Kasten graue Bauklötze ausgeleert. Ein Betonklotz reiht sich neben den anderen und man bekommt ein leicht mulmiges Gefühl, wenn man keine Fenster und enge Gassen sieht. Bunt wird es nur, wenn eine übergroße Werbetafel die Autobahn ziert oder Geld für einen Eimer Farbe übrig bleibt.
Die Pyramiden halten mehr als sie versprechen. Leider reicht unser Spanisch noch nicht aus, um die ganze Geschichte zu verstehen. Der englische Tourguide lacht etwas zu oft, und erzählt etwas zu wenig. Die Bilder dafür umso mehr.
Weiter rückwärts.
Mit der Zeit. Der Samstag Abend hat alle Austauschstudenten und zu viele andere Menschen in einer Wohnung zusammengebracht. Und das. Ließ mich darüber nachdenken, mein Gesicht im Gesichtsbuch zu verstecken. Denn irgendwie wird man immer dann fotografiert, wenn man gerade mit Cellulite, Jogginghose und ungeschminkt (so wie das bei den Stars (oder pinken Pudeln) eben ist) beim Baden erwischt wird. Nicht nett. Und die falsche Geschichte. Gut wars trotzdem.
Repeat.
Mir geht es gut! Ich brauche mehr Schlaf. Die Uni hat heute angefangen. Ich muss nachts Vokabeln lernen. Die Zeit rennt. Ich vermisse. Aber bin hier, mit dem Kopf. Gute Nacht.
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